Es gibt wohl nichts Ärgerlicheres als den unangenehmen, modrigen Geruch, der einem beim Betreten der Wohnung in die Nase steigt. Feuchtigkeit ist nicht nur eine Frage des Komforts – sie ist auch ein Zeichen dafür, dass etwas in Ihrem Zuhause nicht richtig funktioniert. Ein solcher Geruch erinnert vielleicht an Omas Keller oder einen verlassenen Schuppen auf dem Grundstück, doch er tritt immer häufiger in ganz normalen Wohnungen auf, selbst in brandneuen.
Woher kommt der feuchte Geruch?
Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, ist es wichtig, die Ursachen des Problems zu verstehen. Der feuchte Geruch kommt nicht von ungefähr. Er ist das Ergebnis von Schimmel, Pilzen, Bakterien und allgemeiner Luftstagnation. Feuchtigkeit sammelt sich am häufigsten in:
- Badezimmern ohne ausreichende Belüftung,
- Küchen, in denen intensiv gekocht wird,
- Räumen mit undichten Dächern oder Fenstern,
- Erdgeschosswohnungen ohne ausreichende Fundamentdämmung.
Wenn Sie diesen charakteristischen, modrigen Geruch wahrnehmen, ist das ein Zeichen dafür, dass es sich um Feuchtigkeit handelt. Manchmal macht sich dies nicht nur durch Geruch bemerkbar, sondern auch durch Flecken an den Wänden, abblätternde Farbe und im Extremfall sogar durch sichtbaren Schimmelbefall. In solchen Fällen lohnt es sich nicht, abzuwarten.
Wie findet man die Feuchtigkeitsquelle?
Auch wenn es einfach klingt, ist der erste Schritt: Schnüffeln. Gehen Sie durch Ihre Wohnung, am besten morgens, wenn die Luft noch ruhig ist. Schauen Sie um Fenster, in bodennahen Ecken und an den hinteren Ecken von Schränken nach – Orte, an denen die Luft stagniert. Ich hatte einmal ein ähnliches Problem mit einer Bücherkiste, die mehrere Monate lang an einer kalten Wand stand. Dort feierte die Feuchtigkeit ihr volles Potenzial. Es lohnt sich auch:
- Unter Teppichen und Läufern nachzuschauen,
- Möbel zu verschieben, insbesondere solche an Außenwänden,
- die Badezimmerdecke zu überprüfen – manchmal dringt Feuchtigkeit von den Nachbarn im Obergeschoss ein.
Wenn alles andere fehlschlägt, können Sie ein Feuchtigkeitsmessgerät verwenden (auch ein günstiges aus dem Internet). So können Sie feststellen, welche Räume am anfälligsten für Feuchtigkeit sind.
Können Pflanzen helfen?
Diese Frage wird oft gestellt. Die Antwort lautet ja, aber auch nein. Manche Pflanzen helfen zwar, die Luft zu reinigen (z. B. Farne, Einblatt, Efeu), aber Vorsicht – Pflanzen produzieren auch Feuchtigkeit. Zu viele Pflanzen in einem kleinen Raum können die Situation unwissentlich verschlimmern. Mäßigung ist der Schlüssel.
Was, wenn nichts hilft?
Wenn der Geruch trotz aller Bemühungen anhält, sollten drastischere Maßnahmen in Betracht gezogen werden. In diesem Fall kann Folgendes erforderlich sein:
- Entfernen des Putzes und Dämmen der Wände von innen,
- Ersetzen der alten Rohrleitungen,
- professionelle Wandtrocknung,
- Rufen Sie einen Schimmelspezialisten an (insbesondere wenn kleine Kinder oder Allergiker im Haus leben).
Den feuchten Geruch in Ihrem Zuhause loszuwerden, erfordert Geduld, Einfallsreichtum und Konsequenz. Der Schlüssel liegt darin, das Problem nicht zu verschleiern, sondern es anzugehen. Duftkerzen, Lufterfrischer oder ätherische Öle helfen nicht, wenn der Schimmel hinter dem Schrank weiterwächst. Regelmäßiges Lüften, Feuchtigkeitskontrolle und schnelles Reagieren auf Lecks sind der Schlüssel zum Erfolg. Und sobald der feuchte Geruch verschwunden ist, werden Sie den Duft frischer Luft wirklich zu schätzen wissen.
Bruno Schneemann
